Eoin Colfer - The lost Colony

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mordsfilm
Altstadtquerulant
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Eoin Colfer - The lost Colony

Beitrag von mordsfilm »

Holly und Mulchs Privatdetektei läuft schlecht. Wie könnte es auch anders sein, denn schließlich ist Hollys Gesicht so ungefähr das bekannteste in ganz Haven, der unterirdischen Feen-Hauptstadt, seit sie vor einem knappen Jahr (wieder einmal) die Welt der Feen, Gnome und der restlichen 5 Arten des "Volks" vor der Entdeckung durch die Menschen bewahrt hat.
In Wirklichkeit sind es ja eigentlich insgesamt 8 Arten, doch die Dämonen gingen in der Zeit verloren, als ihre Warlocks als letzten Akt vor 10.000 Jahren ihre komplette Insel retten wollten und etwas schief ging.
Doch jetzt scheint es einen Übergang zwischen der Welt der Dämonen und der der Menschen zu geben, denn es materialisiert sich mitten in Barcelona ein Dämon.
Und wer ist zur Stelle? Niemand anderes als Artemis Fowl!
Zufall?


Wenn man die Geschichten des Irischen Lehrers Eoin Colfer rund um Artemis Fowl, den jugendlichen Meisterverbrecher (zumindest am Anfang...) und Captain Holly Short, die einzige Frau des LPD (sozusagen der schnellen Eingreiftruppe der Elfenpolizei) von Anfang an gelesen hat, dann hat man die Figuren lieb gewonnen und wünscht sich mehr Geschichten von ihnen.

Um so mehr schmerzt es, wenn sie in einem solchen Werk bedient werden sollen und dabei weitgehend ihr und damit der gesamte Charme der vorangegangenen Bände auf der Strecke bleibt.

In der Handlung stereotyp und wenig überraschend und in den Emotionen (einst die ganz grosse Stärke) mehr behauptet als lebendig, schleppt sich die Geschichte nach einem ausgewalzten, behäbigen, spannungsarmen Anfang und einem Mittelteil, der das Tempo der bekannten Stories andeutungsweise aufzunehmen vermag, einem vorhersehbaren und mutwillig seitenfüllend verzögerten Ende entgegen.
Umstände und Charaktere sind dabei so dünn skizziert, dass die neu aufgetauchten Figuren fast ausschließlich funktional sind und zum Teil auch einfach auf der Strecke bleiben und nicht wieder erwähnt werden.

Das ist sehr bedauerlich, da Colfer in diesem Band eigentlich auch schöne Ideen hatte, die gut angelegt waren, dann aber leider in keiner Weise weiter verfolgt wurden, sondern nur als Vehikel dienten, künstlich eine pseudo-ausweglose Situation zu schaffen, in der praktisch nichts passiert, was man nicht schon einmal gesehen hätte.

Schade drum.

5 von 10 Punkten. Und das nur wegen Holly, die ich einfach nicht mehr missen will.
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